La grande festa: Begegnung mit Dacia Maraini

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La grande festa

Die italienische Schriftstellerin Dacia Maraini war am Donnerstag, 10. Mai 2012 zu Gast an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU). Maraini gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen Italiens und hat bei Ihrem Besuch an der FAU ihr aktuelles Buch „La grande festa“ vorgestellt. Gelesen wurde in italienischer Sprache mit deutscher Übersetzung.

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Abteilung Italienisch des Sprachenzentrums und dem Institut für Romanistik der FAU in Zusammenarbeit mit dem italienischen Kulturinstitut München. Prof. Dr. Bernhard Huss vom Institut für Romanistik hat eine kurze Einführung in Leben und Werk Dacia Marainis gegeben. Die Übersetzung hat Gabriella Dondolini-Scholl vom Sprachenzentrum übernommen. Dacia Maraini wurde 1936 in der Nähe von Florenz geboren und wuchs bis 1946 in Japan auf. Heute lebt sie in Rom. Schon mit 18 Jahren veröffentlichte Dacia Maraini erste Kurzgeschichten in Zeitungen. Mit „La vacanza“ („Tage im August“) wurde sie 1962 über Nacht berühmt. Daneben verfasste sie auch Theaterstücke, Gedichtbände, Essays und Romane. Zu ihren erfolgreichsten Romanen gehören „Die stumme Herzogin“, „Stimmen“ und „Kinder der Dunkelheit“. Die Autorin erhielt zahlreiche Preise, darunter den Premio Strega. Ihre Romane wurden in über 20 Sprachen übersetzt.

Während der 1970er Jahre schloss sich Maraini der Frauenbewegung Italiens an und nahm an Hausbesetzungen und Demonstrationen teil. Diese Phase spiegelt sich auch in ihrer Literatur wider. Sie kann als die erste Schriftstellerin Italiens angesehen werden, die sich speziell mit Themen wie Vergewaltigung, Inzest, Prostitution oder lesbische Liebe aus feministischer Sicht auseinandersetzt und in ihren Werken die Rolle der Frau in unterschiedlichen Lebensbereichen aufgreift.

In „La grande festa“ erzählt Dacia Maraini von jenen Menschen, die sie in ihrem Leben geliebt hat, die sie geliebt haben und die jetzt nur noch mittels der Erinnerungen leben. Sie nutzt das Gedächtnis und den Traum als wesentlichen Filter und lässt uns auf intensive und intime Weise teilhaben an der Geschichte ihres „Überlebens“ von Träumen und Erinnerungen: einer Geschichte voller Nostalgie und Abschiede von Menschen. Dabei sind Träume und Erinnerungen nur der Übergang zu dem Ort, an dem die Zeitalter des Lebens verschwimmen.

 

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg