L’amore rubato: Begegnung mit Dacia Maraini

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Begegnung mit der italienischen Schriftstellerin Dacia Maraini

Dacia Maraini stellte im Senatssaal in Kollegienhaus ihr neuestes Buch L’amore rubato vor, das die Gewalt gegen die Frauen thematisiert, ein sehr aktuelles und viel debattiertes Thema im heutigen Italien. Dacia Maraini gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Autorinnen Italiens. Die Veranstaltung wurde in Zusammenarbeit mit dem italienischen Kulturinstitut München und dem Institut für Romanistik der FAU organisiert.

Begegnung mit  Dacia Maraini 

Am 20. Juni 2013 war die bekannte italienische Schriftstellerin Dacia Maraini erneut Gast der Abteilung Italienisch des Sprachenzentrums. Bei der Vorstellung ihres neuen Buches „L’amore rubato” (die geraubte Liebe) beschäftigten uns nicht nur heiße Temperaturen im Senatssaal des Kollegienhauses, sondern auch ein Thema von brennender Aktualität: Der femminicidio, zu Deutsch der Mord an Frauen.   Während der Veranstaltung entwickelte sich eine rege Diskussion zwischen Autorin und Publikum. Um die akkurate Übersetzung von Fragen und Antworten kümmerte sich wie immer Frau Dondolini Scholl, die ehemalige Leiterin der Abteilung Italienisch.

Das Wichtigste der zweistündigen Begegnung lässt sich wie folgt zusammenfassen:

Dieses Buch ist eine Sammlung von tatsächlich passierten Geschichten, die von einer Wahrheit handeln, die nicht mehr verschwiegen werden darf, wie Maraini es beispielsweise der katholischen Kirche vorhält. Sie erzählen von Liebe, Eifersucht und Schikane, an denen beide Geschlechter beteiligt sind. Zur Prävention von Frauenmord ist laut der Autorin dringend eine stärkere antidiskriminierende Erziehung nötig. Schon in der Schule sollten den Kindern der Umgang mit Gefühlen und die geschlechtsspezifischen Unterschiede vermittelt werden. So würde verhindert, dass diese von Institutionen missbraucht würden, um ein Geschlecht über das andere zu stellen! Bisher gebe es in Italien dafür allerdings noch kein geeignetes Fach, die Bemühungen bestünden lediglich aus Einzelinitiativen an privaten Schulen. Es müsse noch viel getan werden, um die Ethik, nach der wir leben, zeitgemäß zu ändern.

Wie dringend das Ganze ist, verdeutlichen die Mahnungen, die von den Charakteren in „L’amore rubato“ ausgesprochen werden! Meiner Meinung nach kann vor allem durch den persönlichen Kontakt zu Menschen und offene Gespräche das Tabu aufgehoben werden, das an die Öffentlichkeit gehört und uns alle angeht! Kurzum, eine emotional bewegende Veranstaltung! (Johanna Greiner)

 

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg